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Richtlinien 

Regeln, Gesetze und Normen spielen für viele Bereiche des Lebens eine entscheidende Bedeutung. In unserem Bereich, dem Aufzugnotruf, sollen diese für die größtmögliche Sicherheit im Fall eines Einschlusses sorgen. Die komplexen Richtlinien für Aufzüge sind nicht nur wichtig, sondern unerlässlich, um diese betreibe zu dürfen. Als Aufzugrichter wissen Sie genau, dass das Wissen um diese Regelungen zur Orientierung bei der täglichen Arbeit und zur Sicherheit im Aufzug führt. Wir haben die aktuell gültigen Normen und relevantesten Richtlinien, die den Aufzugnotruf betreffen, für Sie übersichtlich zusammengestellt:

 

Behnke Produkte wurden und werden unter Berücksichtigung aller geltenden Vorgaben entwickelt und erfüllen zuverlässig und normkonform die Auflagen von Aufzugnotruf. Seit Juli 2018 gelten neue Richtlinien bei der Norm DIN EN 81-28.


Die wichtigsten Richtlinien auf einen Blick:

DIN EN 81-1

  • „Besteht für im Fahrkorb arbeitende Personen das Risiko, eingeschlossen zu werden, und sind keine Möglichkeiten vorgesehen, sich entweder durch den Fahrkorb oder durch den Schacht zu befreien, müssen dort, wo dieses Risiko besteht, Notrufeinrichtungen vorhanden sein.“
  • „Um Hilfe von außen herbeizurufen, muss den Benutzern im Fahrkorb eine leicht erkennbare und zugängliche Einrichtung für diesen Zweck zur Verfügung stehen.“
  • „Diese Einrichtung muss entweder durch die Hilfspannungsquelle für die Beleuchtung oder durch eine andere Hilfsspannungsquelle mit gleichwertigen Eigenschaften gespeist werden. Anmerkung: Bei Anschluss an das öffentliche Telefonnetz braucht dies nicht berücksichtigt zu werden.“
  • „Diese Einrichtung muss als Gegensprechanlage einen ständigen Kontakt mit der hilfeleistenden Stelle erlauben. Nach Abgabe eines Notrufs dürfen weitere Handlungen der Eingeschlossenen nicht mehr notwendig sein.“
  • „Überschreitet die Förderhöhe des Aufzuges 30 Meter, muss zwischen dem Inneren des Fahrkorbes und dem Triebwerksraum eine Sprechanlage oder ähnliches mit Versorgung über die Hilfsspannungsquelle vorhanden sein.“

Quelle: DIN EN 81-1, Abs. 5.10 Befreiung im Notfall und Abs. 14.2.2 Notrufeinrichtung

 

DIN EN 81-28

  • „Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, die das Notrufsystem in die Lage versetzt, Notrufauslösungen auszufiltern. […]“
  • „Die Notrufeinheit muss der Befreiungsorganisation ermöglichen, den Aufzug zu identifizieren, selbst während Funktionsprüfungen.“
  • „Nach Betätigung der Notrufauslöseeinrichtung dürfen keine weiteren Aktionen von eingeschlossenen Benutzern notwendig werden. Nach Auslösen des Notrufs darf es dem Benutzer nicht möglich sein, die 2-Wege-Sprechverbindung zu unterbrechen. Während des Notrufs muss der Benutzer immer die Möglichkeit haben, diesen erneut auszulösen.“
  • „ […] Die Notrufeinheit muss Notrufinformationen an eine alternative Alarmempfangseinrichtung senden können. Die Notrufeinheit muss zu Prüfzwecken das Eingangssignal eines Notrufs so häufig, wie es mit dem Betreiber der Anlage abgestimmt ist, mindestens jedoch alle 3 Tage, automatisch simulieren (automatische Prüfung) und nachfolgend eine Verbindung zur Notrufzentrale über denselben Kommunikationsweg, wie er auch für den Notruf verwendet wird, aufbauen.“
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  • „Notrufauslöseeinrichtungen müssen an Stellen eingebaut werden, an denen für Benutzer das Risiko besteht, sowohl im Fahrkorb als auch im Schacht eingeschlossen zu werden (siehe auch EN 81-20:2014, 5.2.1.6). Im Fahrkorb sollten sie auf oder in der Nähe des Fahrkorbtableau(s) angeordnet werden und müssen sich zwischen 850 mm und 1 200 mm über dem Fahrkorbboden befinden. […]“

Quelle: DIN EN 81-28:2018-07, Abs. 4.1 Allgemeines und Abs. 4.2 Technische Merkmale

 

DIN EN 81-70

  • Sichtbare und hörbare Signale müssen mit den Anforderungen übereinstimmen und den Fahrgast(-gästen) darüber informieren, dass der ausgelöste Notruf als ein echter Notruf validiert wurde.
  • Zusätzlich zu dem hörbaren Signal für die Übertragung des Notrufs ein gelb beleuchtetes Piktogramm um anzuzeigen, dass der Notruf abgegeben wurde.
  • Zusätzlich zu der üblichen geforderten akustischen Anzeige (Sprechverbindung) ein grün beleuchtetes Piktogramm, um anzuzeigen, dass der Notruf angenommen wurde. Die akustische Anzeige muss auf einen Schallpegel zwischen 35dB(A) und 65 dB(A) einzustellen sein, um an die Umgebungsbedingungen angepasst werden zu können.
  • Eine Kommunikationshilfe für Personen mit eingeschränktem Hörvermögen (nach Bedarf).

Quelle: EN 81-70, Abs. 5.4.4 Anzeigen im Fahrkorb

 

DIN EN 81-72

  • „Ein Feuerwehraufzug muss [...] mit einer Sprechanlage oder einer ähnliche Einrichtung für die interaktive 2-Wege-Kommunikation zwischen dem Fahrkorb des Feuerwehraufzugs und der Feuerwehrzugangsebene und dem Triebwerksraum des Feuerwehraufzugs – oder im Fall triebswerksraumloser Aufzüge dem Tableau für den Notbetrieb nach EN 81-1 ausgestattet sein.“
  • „Die Kommunikationseinrichtung zwischen Fahrkorb und der Feuerwehrzugangsebene muss aus einem Mikrofon und Lautsprecher ohne Telefonhörer bestehen.“

Quelle: EN 81-72, Abs. 5.12 Kommunikationssysteme für die Feuerwehr

 

TRBS 2181 (ersetzt TRA106)

  • „Den Benutzern müssen funktionierende und wirksame technische Systeme zur Verfügung stehen, die eine schnelle und wirkungsvolle Kontaktaufnahme zu einer Hilfe leistenden Stelle ermöglichen, z. B. Rufeinrichtungen.“
  • „Es muss ein Alarm- und Befreiungsplan aufgestellt werden. [...]“

Quelle: TRBS 2181, Abs. 4.2 Technische Maßnahmen

 

TRBS 3121

„Nach der 12. GPSGV in Verkehr gebrachte Aufzugsanlagen haben ein Notrufsystem, das nach Betätigung des Notruftasters im Fahrkorb automatisch eine Verbindung zu einer ständig besetzten Stelle herstellt. Die ständig besetzte Stelle kann entweder eine externe Notrufzentrale eines Personenbefreiungsdienstes oder eine interne Notrufzentrale des Betreibers sein. Die Notrufzentrale informiert eine beauftragte Person oder den Personenbefreiungsdienst, damit eingeschlossene Personen befreit werden. Der Betreiber muss sich vertraglich zusichern lassen, dass die Beschaffenheit, Organisation und Qualifikation der Notrufzentrale/ständig besetzten Stelle dem Stand der Technik entspricht.“

Quelle: TRBS3121, Abs. 3.6.4 Notrufsystem

 
 
 

(Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr.)

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